Abteilung B – Unterordnung/Gehorsam

Gehorsam ist prinzipiell das Befolgen von Geboten oder Verboten durch entsprechende Handlungen oder Unterlassungen. Das Wort leitet sich (ähnlich wie Gehorchen) von Gehör, horchen, hinhören ab und kann von einer rein äußerlichen Handlung bis zu einer inneren Haltung reichen.

Gehorsam bedeutet die Unterordnung unter den Willen einer Autorität, das Befolgen eines Befehls, die Erfüllung einer Forderung oder das Unterlassen von etwas Verbotenem.

Unter Ausnutzung des Spiel- oder Fresstriebes des Hundes werden Hund und Hundeführer sensibilisiert aufeinander zu achten, Kommandos konsequent auszuführen. Übungen wie „Fuß gehen“ in verschiedenen Gangarten mit Richtungsänderungen, Passieren einer Personengruppe, Sitz, Platz, Steh aus der Bewegung, das Apportieren eines Gegenstandes auf ebener Erde und über eine Hürde/Schrägwand sowie das Voraussenden mit Hinlegen und das Ablegen unter Ablenkung erfordert sehr viel Zeit und Training. Bei allen Prüfungsstufen, außer der Begleithundprüfung (BH) wird die Schussgleichgültigkeit des Hundes überprüft.

Die BH ist eine Grundprüfung, in welcher der Gehorsam des Hundes und das Verhalten in Alltagssituationen (Zusammentreffen mit Fußgängern, Joggern, Radfahrern und Autos) geprüft wird. Die BH ist Voraussetzung für die Teilnahme an Prüfungen und Wettkämpfen in den verschiedenen Hundesportarten (Agility, Obedience, Turnierhundesport oder Schutzhundsport).

Für das Ablegen dieser ersten Prüfungen muss der Hund mindestens 15 Monate alt sein. Außerdem muss die hundeführende Person Mitglied in einem Hundesportverein sein, der den Hundesportverbänden des VDH (z.B. DVG, SGSV, SV) untergeordnet ist.

Die BH besteht aus den vier Prüfungsteilen:

  • Sachkundeprüfung (Es sind hier hundebezogene Fragen zu Gesundheit, Anatomie, Ausbildung, Haltung u. Verhalten zu beantworten)
  • Unbefangenheitsprobe (Der Leistungsrichter prüft hier das Verhalten des Hundes anderen Menschen u. Hunden gegenüber.)
  • Unterordnung (Sie erfolgt nach eine festgelegten Laufschema unter Anwendungen verschiedener Kommandos auf einem Hundeübungsplatz.)
    Verkehrsteil (Überprüfung des Verhaltens in Alltagssituationen außerhalb des Hundeplatzes.)

Ein richtig ausgebildeter Hund wird sich immer freudig unterordnen, ist er doch ein soziales Wesen, das im Rudel in einer stark gegliederten Ordnung lebt. Hat sich der Hundeführer als stärkstes Rudelmitglied erwiesen, so hat er einen Hund, der schnell und sauber alle geforderten Übungen ausführt.

Im Training wird vom Hundeführer hoher körperlicher Einsatz verlangt, denn was in der Perfektion so ruhig und leicht erscheint, erfordert im Übungsstadium außerordentliche Konzentration und Fitness. Die Übungsstunde variantenreich und voller Bewegung zu gestalten, ist ein Muss, damit der Hund Freude an der Arbeit hat.

Nur wenn alle seine Sinne gefordert sind und seine Interessen berücksichtigt werden, winkt am Ende der wohlverdiente Erfolg – die korrekte und spielerisch einfach aussehende Ausführung einer Aufgabe durch unseren treusten Freund.Der Spiel und Jagdtrieb des Hundes kommt dem Menschen hierbei weit entgegen. Dieses gemeinsame Training macht Spaß, festigt und fördert gleichzeitig das gegenseitige Verstehen von Mensch und Hund.

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